Warum Schuld – und Schamgefühle pures Gift sind und sie loszulassen so wichtig ist

Schuld – und Schamgefühle kennen die meisten von uns. Es gibt Momente im Leben, die man als so peinlich empfindet, dass man verzweifelt nach einem Mauseloch sucht, um sofort darin verschwinden zu können. Ebenso bekommt man im Alltag genug Gründe, um sich schuldig zu fühlen. Etwa nahestehenden Menschen gegenüber, weil man schon wieder eine Verabredung absagen musste, oder weil man an uns herangetragene Erwartungen nicht zur vollen Zufriedenheit erfüllen konnte. Das ist alles menschlich und ganz normal.

Oft tragen wir diese Schuld- und Schamgefühle aber ohne es zu wissen tief in unserem Unterbewusstsein mit uns herum. Und das ist für unsere Gesundheit extrem hinderlich!

Aber.. was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schuld und Scham?

Schuldgefühle entstehen, wenn man sein eigenes Verhalten als falsch bewertet, und sich selbst dafür verurteilt. Das Gute daran ist, dass Schuldempfinden gleichzeitig auch Empathiefähigkeit bedeutet! Denn man muss fühlen, was dem anderen angetan wurde, um Schuld überhaupt zu empfinden. (Psychopathen z.B. sind dazu nicht in der Lage!) Schlimm kann aber werden, was wir aus der Ablehnung unseres Verhaltens machen! Das heißt, inwieweit wir uns selbst dauerhaft gedanklich und durch Selbstgespräche weiter abwerten. Damit meine ich diese typischen Sätze, die mit  „ICH BIN  .  .  .“ anfangen. „Ich bin blöd“, „ich bin unzuverlässig“, „ich bin vergesslich“, usw. Irgendwann identifizieren wir uns mit den Gedanken über uns so sehr, dass sie tatsächlich zu unser Realität, zu unserem Ich, zu unserer Persönlichkeit werden.

Die zugehörige Emotion zur Schuld ist Scham!

Wenn man sich schämt, so ist das eine auf sich selbst bezogene Emotion. Das heisst, man bewertet sich selbst als Person (Jawohl! Nicht „nur“ das Fehl-Verhalten, sondern gleich das gesamte Ich!), vergleicht sich mit „dem Ideal“, das man für richtig hält und fühlt sich dann falsch, wertlos, nicht liebenswert und im schlimmsten Fall nicht lebenswert, weil man dieser Vorstellung nicht entspricht. Gerade in der heutigen Zeit und durch Social Media, ist der Drang und Druck, irgendwelchen Idealen zu entsprechen leider enorm groß. Die Chance, den eigenen Ansprüchen dann nicht zu genügen, ebenso.

Aber auch schon im Kindesalter setzen Eltern gerne Scham ein, um ihren Sprössling daran zu hindern, etwas zu tun, was er ihrer Meinung nach nicht tun sollte. Wenn dies regelmäßig und auf eine demütigende Art und Weise geschieht, z.B. mit Sätzen wie: „Kannst Du nicht einmal etwas richtig machen?“ „Bist du dumm?“, oder wenn mit Liebesentzug, Nichtbeachtung und Zynismus gestraft wird, fühlt das Kind sich falsch. Und wenn es dann kein selbstverständliches, liebevolles Miteinander zum Ausgleich gibt, ist der Samen für spätere Probleme gepflanzt.

Denn Leid, das wir in unserer Vergangenheit erfahren haben, hält uns innerlich meist gefangen. Schmerzhafte Erfahrungen bleiben in Erinnerung. Sie sammeln sich  verborgen in unserem Unterbewusstsein an. Das kann dazu führen, dass Menschen „dicht machen“. Sie bauen eine Schutzmauer um ihr Herz. In Beziehungen bleiben sie oberflächlich und lassen sich nicht mehr auf Tiefe ein. Sie haben Angst, erneut verletzt zu werden. Depression kann eine Folge davon sein. Wenn wir unsere Emotionen abschalten, führt das zu permanenter innerer und äußerer Anspannung. Man kann dies oft an der Körperhaltung ablesen, an der Art zu atmen, an der emotionalen Intelligenz und an der körperlichen Gesundheit.

Daher ist es so wichtig, sich dieser negativen Selbstdarstellung samt der dazugehörigen Gedankenspirale bewusst zu werden, und sie loszulassen!

Denn wenn man sich dazu entscheidet, die Dinge immer gleich zu sehen, entscheidet man sich für den Schmerz und NICHTS ändert sich.

Es gibt eine Art Gesetz für geistigen, inneren Frieden. Es lautet:

„Vergib Dir Deine Fehler und dem Anderen seine!“

In der Regel handelt man nicht aus reiner Boshaftigkeit, sondern weil man es zum jeweiligen Zeitpunkt und der jeweiligen Situation nicht besser gewusst hat! Zudem bringt jeder seine Vergangenheit mit in die zwischenmenschlichen Interaktionen. Meistens befinden sich darin diverse Traumata, die unterbewusst viele Reaktionen steuern.

Wenn man sich diese Tatsache bewusst macht, gibt es eigentlich überhaupt keinen Grund mehr, Streitereien oder verbale Angriffe anderer Personen persönlich zu nehmen, da sie aus den ureigenen, abgespeicherten inneren Vorgängen handeln. Auomatisiert sozusagen. Sie kompensieren eigene Schwachstellen mit Anfeindungen, Anklagen oder Behauptungen dir gegenüber, die gar nichts mit dir zu tun haben. Darum musst du dir „den Schuh dann auch gar nicht anziehen“!

Noch ein Satz, den man sich zu Herzen nehmen sollte lautet:

„Erlaube Dir Du selbst zu sein, und dem Anderen anders zu sein!“

Man kann sein Gegenüber nicht ändern. Mann kann nur an sich selbst arbeiten. Inneren Frieden bekommt man, indem man in sich hineinhört, die eigenen Wunden findet und sie sich ansieht. Das kann schmerzhaft und tränenreich sein. Es ist aber unendlich wichtig, durch diesen Prozess hindurch zu gehen. Denn erst dann kann man loslassen.

Wir leben jetzt! Heute! Wenn wir uns gedanklich immer in der Erinnerung alter Konflikte winden oder über ein Unrecht grübeln, das uns angetan wurde, leben wir weiterhin in der Vergangenheit und verpassen die Gegenwart!

Also: Am gesündesten für dich selbst ist es, die eigenen Schuldgefühle und den Groll, den du auf andere hast, loszulassen! Damit hilfst du dir am meisten. Alles, was in der Vergangenheit passiert ist, kann man nicht ändern oder rückgängig machen. Daran festzuhalten macht keinen Sinn! Du hast nur das Hier und Jetzt. Nichts anderes ist sicher. Mach es dir nicht selbst zur Hölle!

Eine gute Methode, Schamgefühle zu überwinden:

Rede mit dir selbst so, wie du mit einem Menschen reden würdest, den du liebst!

Du würdest sicher nicht wollen, dass dieser Mensch sich schlecht fühlt und dafür sorgen, dass es ihm schnell besser geht. Tu das auch für dich! Wir selbst sind unsere größten Kritiker. Es heißt, es gibt keinen größeren Feind, als die eigenen Gedanken! Das muss nicht sein. Sei nett zu dir und mache es dir zur Gewohnheit!

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